Haarausfall durch Haarefärben: Haarbruch oder echter Haarausfall?
Haarausfall nach dem Haarefärben – das Wichtigste in Kürze
Wer nach dem Färben plötzlich mehr Haare in der Bürste oder Dusche entdeckt, denkt schnell an Haarausfall. Häufig handelt es sich jedoch zunächst um Haarbruch: Chemische Färbe- und besonders Blondierprozesse können die Haarstruktur beanspruchen und das Haar trockener, spröder und bruchanfälliger machen.
Echter Haarausfall entsteht dagegen am Haarfollikel. Eine mögliche Verbindung zum Färben besteht vor allem dann, wenn die Kopfhaut stark gereizt oder entzündet reagiert. Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe von Haarfarben können Rötungen, Juckreiz, Brennen oder Schwellungen verursachen.
Kurz gesagt: Nach dem Färben sollte zuerst unterschieden werden, ob Haare abbrechen oder tatsächlich ausfallen.
Was passiert beim Haarefärben?
Bei permanenten Haarfarben wird die Schuppenschicht des Haares geöffnet, damit Farbstoffe in das Haarinnere gelangen können. Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid spielen dabei eine wichtige Rolle. Besonders beim Aufhellen können diese Prozesse die Haarfaser deutlich beanspruchen und ihre mechanische Stabilität reduzieren.
Je stärker die natürliche Haarfarbe aufgehellt wird, desto höher kann die Belastung für das Haar sein. Die American Academy of Dermatology empfiehlt deshalb unter anderem, bei der Farbwahl möglichst nahe an der natürlichen Haarfarbe zu bleiben und die Herstellerangaben zur Einwirkzeit genau zu beachten.
Haarbruch nach dem Färben ist nicht dasselbe wie Haarausfall
Bei Haarbruch bricht der Haarschaft irgendwo in seiner Länge ab. Die abgebrochenen Haare können unterschiedlich lang sein und haben an einem Ende keine typische Verdickung eines ausgefallenen Haares. Dadurch wirken die Haare dünner und die Haardichte kann optisch abnehmen, obwohl die Haarfollikel weiterhin vorhanden sind.
Bei echtem Haarausfall fällt das Haar dagegen aus dem Haarfollikel aus. Die Ursache kann beispielsweise hormonell, erblich, ernährungsbedingt oder durch andere körperliche Faktoren bedingt sein.
Gerade bei bereits
dünner werdendem oder feinem Haar können beide Effekte gleichzeitig auftreten: Vorhandener Haarausfall reduziert die Haardichte, während chemisch geschädigte Haare zusätzlich leichter abbrechen.
Kann Haarefärben echten Haarausfall auslösen?
Unter bestimmten Umständen kann eine starke Kopfhautreaktion nach dem Färben eine Rolle spielen.
Bestimmte Bestandteile permanenter Haarfarben können eine irritative oder allergische Kontaktdermatitis verursachen. Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung, Brennen oder Schwellungen der Kopfhaut und angrenzender Hautbereiche.
In einer kleinen klinischen Untersuchung wurde nach einer akuten allergischen Kontaktdermatitis der Kopfhaut bei einigen Patientinnen zeitversetzt ein sogenanntes Telogeneffluvium beobachtet. Dabei wechseln vermehrt Haare in die Ruhephase und fallen später diffus aus. Der verstärkte Haarverlust trat in der Untersuchung etwa zwei bis vier Monate nach der Entzündungsreaktion auf.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass normales Haarefärben grundsätzlich Haarausfall verursacht. Wesentlich häufiger betrifft die Schädigung zunächst den Haarschaft und führt zu Haarbruch.
Wie lange kann Haarausfall nach dem Färben auftreten?
Wenn Haare unmittelbar nach dem Färben kürzer werden oder beim Bürsten abbrechen, spricht das eher für eine Schädigung des Haarschafts.
Ein durch eine stärkere entzündliche Kopfhautreaktion ausgelöstes Telogeneffluvium kann dagegen erst Wochen oder Monate später auffallen. In der genannten klinischen Untersuchung wurde verstärkter Haarverlust zwei bis vier Monate nach der Kopfhautentzündung festgestellt.
Wer über längere Zeit deutlich mehr Haare verliert, kahle Stellen bemerkt oder eine stark entzündete Kopfhaut hat, sollte die Ursache dermatologisch abklären lassen.
Haare färben bei hormonellem oder diffusem Haarausfall?
Hormonell oder erblich bedingter Haarausfall wird durch Haarefärben nicht automatisch verursacht. Bereits dünner werdendes oder geschädigtes Haar kann durch aggressive chemische Behandlungen jedoch zusätzlich belastet werden.
Das Färben behebt außerdem nicht die eigentliche Ursache des Haarausfalls. Veränderungen des Hormonhaushalts, erbliche Veranlagung, Nährstoffmangel, bestimmte Erkrankungen oder belastende Lebensphasen können den natürlichen
Haarwachstumszyklus beeinflussen. Ein typisches Beispiel ist
Haarausfall nach der Schwangerschaft.
Wer bereits starken Haarverlust, eine empfindliche Kopfhaut oder eine bekannte Kopfhauterkrankung hat, sollte besonders vorsichtig sein. Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, vor dem Färben dermatologischen Rat einzuholen und chemische Behandlungen professionell durchführen zu lassen.
Blondieren und Strähnchen bei Haarausfall
Beim Blondieren werden natürliche Farbpigmente oxidativ aufgehellt. Dafür können höhere Konzentrationen an Wasserstoffperoxid notwendig sein als bei geringeren Farbveränderungen. Das kann die Haarfaser stärker beanspruchen und das Risiko für trockenes, sprödes und brüchiges Haar erhöhen.
Strähnchen können optisch mehr Dimension und Fülle erzeugen, sind aber ebenfalls eine chemische Behandlung. Bei bereits trockenem, brüchigem oder sehr dünnem Haar sollte deshalb auf möglichst schonende Verfahren und ausreichende Abstände zwischen den Behandlungen geachtet werden.
So kannst du Haare und Kopfhaut beim Färben schonen
- Beachte die Herstellerangaben und halte die vorgegebene Einwirkzeit genau ein.
- Führe den empfohlenen Verträglichkeitstest vor der Anwendung durch.
- Färbe nicht, wenn die Kopfhaut bereits gereizt, entzündet oder verletzt ist.
- Brich die Anwendung bei Brennen, starkem Juckreiz, Schwellungen oder deutlicher Rötung ab.
- Behandle bereits trockenes oder brüchiges Haar besonders schonend.
- Lasse zwischen starken chemischen Behandlungen ausreichend Zeit.
- Verwende Conditioner und feuchtigkeitsspendende Pflege, um Haarbruch zu reduzieren.
- Lasse wiederkehrende Kopfhautreaktionen oder starken Haarverlust dermatologisch abklären.
Was tun, wenn nach dem Färben plötzlich viele Haare ausfallen?
Sind die Haare unterschiedlich lang und brechen in der Mitte ab?
Dann spricht vieles für Haarbruch und damit für eine Schädigung des Haarschafts.
Ist die Kopfhaut rot, juckt, brennt oder ist geschwollen?
Dann kann eine irritative oder allergische Reaktion auf das Färbemittel vorliegen. Die Anwendung sollte abgebrochen und die Reaktion dermatologisch abgeklärt werden.
Besteht der Haarverlust schon länger oder betrifft er vor allem Scheitel und Oberkopf?
Dann kann unabhängig vom Färben eine andere Form von Haarausfall bestehen.
Beginnt der Haarverlust erst einige Wochen oder Monate nach einer starken Kopfhautreaktion?
Dann kann auch ein Telogeneffluvium eine mögliche Erklärung sein.
Haarwurzeln bei nicht krankheitsbedingtem Haarausfall unterstützen
Färben und Blondieren schädigen in erster Linie den Haarschaft. Ein Haarserum kann bereits entstandenen Haarbruch daher nicht rückgängig machen.
Bei nicht krankheitsbedingtem Haarausfall* und dünner werdendem Haar setzt Thiocyn Haarserum dagegen an der Haarwurzel an. Die patentierte Wirkformel enthält das körpereigene Molekül
Thiocyanat, das eine wichtige Rolle für den natürlichen Zellstoffwechsel spielt. Die regelmäßige Anwendung soll die Haarwurzeln unterstützen und gegen unterschiedliche wachstumsstörende Einflüsse schützen.
Häufige Fragen zu Haarausfall durch Haarefärben
Kann Haarefärben Haarausfall verursachen?
Haarefärben kann vor allem den Haarschaft schädigen und Haarbruch fördern. Starke Reizungen oder allergische Entzündungen der Kopfhaut können in einzelnen Fällen auch mit zeitversetztem diffusem Haarverlust verbunden sein. Normales Haarefärben verursacht jedoch nicht grundsätzlich echten Haarausfall.
Woran erkenne ich Haarbruch statt Haarausfall?
Bei Haarbruch sind die abgebrochenen Haare häufig unterschiedlich lang und brechen innerhalb des Haarschafts ab. Bei echtem Haarausfall fällt das Haar aus dem Haarfollikel aus. Wenn die Ursache nicht eindeutig erkennbar ist oder der Haarverlust länger anhält, sollte er dermatologisch abgeklärt werden.
Wie lange dauert Haarausfall nach dem Färben?
Das hängt von der Ursache ab. Haarbruch kann unmittelbar nach dem Färben auffallen. Ein Telogeneffluvium nach einer stärkeren Kopfhautentzündung kann dagegen erst Wochen oder Monate später sichtbar werden.
Kann ich meine Haare bei hormonellem Haarausfall färben?
Grundsätzlich verursacht das Färben hormonellen Haarausfall nicht. Bereits dünnes oder empfindliches Haar kann durch chemische Behandlungen aber zusätzlich geschädigt werden. Bei starkem Haarverlust oder empfindlicher Kopfhaut sollte das Färben besonders schonend und möglichst professionell durchgeführt werden.
Ist Blondieren bei Haarausfall schädlicher als Färben?
Starkes Aufhellen kann die Haarfaser stärker beanspruchen, weil dafür intensivere oxidative Prozesse notwendig sein können. Bei bereits brüchigem oder dünnem Haar ist deshalb besondere Vorsicht sinnvoll.