| 04. July 2023
Warum Diabetes zu Haarausfall führen kann

- Haarausfall kann ein Symptom für unentdeckte Stoffwechselerkrankungen sein.
- Diabetes mellitus beeinträchtigt den Zellstoffwechsel der Haare.
- Ein ganzes Bündel von Ursachen führt zu diffusem Haarausfall.
- Wird der Blutzucker vom Arzt richtig eingestellt, müsste der Haarausfall aufhören.
Haarausfall und plötzlich dünner werdendes Haar können eines der ersten sichtbaren Symptome für Diabetes mellitus sein. Nach einer Diabetes-Diagnose ist Haarausfall sicher nicht das größte Problem der Betroffenen. Aber das Wissen um das Wechselspiel von Diabetes und Haarausfall sowie Möglichkeiten der Behandlung sind eine große Motivation, den Typ-2-Diabetes in den Griff zu bekommen.
Diabetes Haarausfall: Ursachen
Diabetes wirkt sich negativ auf alle Stoffwechselprozesse im Körper aus und damit auch auf den Zellstoffwechsel an den Haarwurzeln. Dabei ist es wohl nicht der eine Störfaktor, der zu Haarausfall führt, sondern ein ganzes Bündel von Ursachen. Laufen Zellteilung und Zellwachstum an den Haarwurzeln nicht optimal, beenden die Haarfollikel die Wachstumsphase der Haare frühzeitig. Im Folgenden nennen wir Ursachen für diffusen Haarausfall bei Diabetes mellitus.
Durchblutungsstörungen
Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen über Jahre kleine Blutgefäße (diabetische Mikroangiopathie). Die Versorgung der Kopfhaut und Haarfollikel mit Energie und Sauerstoff sowie mit Proteinen zu Keratinisierung der Haare kommt ins Stocken.
Energiemangel
Kann der Transport von Glukose ins Zellinnere, wo die Glukose anschließend zur Energiegewinnung verbraucht wird (Glykolyse), infolge fehlenden Insulins nicht stattfinden, müssen die Haarfollikel das Wachstum der Haare einstellen.
Autoimmunstörungen
Hoher Blutzucker stört die Funktion des Immunsystems. Der Körper ist anfälliger für Infektionen. Greifen Abwehrzellen Haarfollikel an, wenn diese ihr Immunprivileg verlieren, kommt es zu Alopecia areata. Die Haare fallen praktisch über Nacht aus.
Trockene Kopfhaut
Bei hohem Flüssigkeitsverlust infolge einer gesteigerten Harnausscheidung (Glukosurie) neigen Haut und Kopfhaut zu Trockenheit. Eine dauerhaft trockene, gereizte und entzündete Kopfhaut macht es den Haarfollikeln schwer, die Wachstumsphase der Haare aufrechtzuerhalten.
Stress
Die Lebensumstellung bei einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung – zum Beispiel die regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder das Spritzen von Insulin – bedeuten Stress. Durch Ausschüttung von Stress-Botenstoffen und Entzündungsreaktionen wird der Zellstoffwechsel der Haarfollikel gestört.
Medikamente
Bestimmte pharmakologische Substanzen behindern den Zellstoffwechsel an den Haarwurzeln, zum Beispiel den Aufbau von Haarkeratin, und unterbrechen das Wachstum der Haare.
Was ist Diabetes Mellitus?
Diabetes mellitus (altgriechisch für „honigsüßer Durchfluss“) ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Stoffwechselstörungen des Organismus. Der Begriff Diabetes mellitus beschreibt ein Hauptsymptom, nämlich die Ausscheidung von Zucker mit dem Urin. Wie kommt es zu Diabetes mellitus?
Die mit Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate in Kartoffeln, Reis oder Getreide, beispielsweise in Form von Brot, werden in unserem Magen-Darmtrakt zu Glukose (Traubenzucker) abgebaut und über den Darm ins Blut abgegeben. Das Stoffwechselhormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse erzeugt wird, bewirkt den Transport von Glukose ins Zellinnere, wo die Glukose in der sogenannten Glykolyse zur Energiegewinnung verbraucht wird.
Wenn infolge einer Insulin-Störung oder einer Insulin-Resistenz der Zellen die Glukose nicht mehr in die Körperzellen gelangt, kommt es zu einer Überzuckerung (Hyperglykämie) des Organismus, und die Blutzuckerwerte steigen an. Daher nennt man Diabetes auch Zuckerkrankheit. Ein zu niedriger Zuckerwert (Hypoglykämie) kann dagegen als Folge einer Behandlung mit Insulin-Medikamenten auftreten.
Nicht immer ist bei einem Diabetes nur der Kohlenhydratstoffwechsel gestört. Immer wieder lässt sich erkennen, dass die Fett- und Eiweißstoffwechsel nicht rund laufen. Das hat Folgen auch für das Haarwachstum. Dünner werdendes Haar ist aber kein Hinweis auf Haarverlust. Die Haare wachsen nach, wenn der Zellstoffwechsel der Haarfollikel wieder ins Gleichgewicht kommt.
Diabetes Haarausfall behandeln
Menschen, die von Haarausfall betroffen sind, erfahren womöglich von ihrem Dermatologen, dass der Haarausfall das Symptom einer Diabetes-Erkrankung ist. Jetzt heißt es, Prioritäten setzen: Erst Diabetes in den Griff bekommen, danach den Haarausfall angehen.
Blutzucker einstellen
Die wichtigste Maßnahme nach der Diagnose von Diabetes mellitus ist eine Behandlung der Hyperglykämie, weil diese zu Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Augen und Nieren, zu Nervenstörungen, nicht zuletzt zu einem diabetischen Fuß führen kann. Typ-2-Diabetiker haben außerdem ein höheres Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken. Ein gut eingestellter Blutzuckerwert hilft, Folgeerkrankungen abzumildern, hinauszuzögern oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu stehen dem behandelnden Arzt nicht-medikamentöse und medikamentöse Mittel zur Verfügung.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Vor allem bei übergewichtigen Patienten ist die Reduzierung des Körpergewichts durch gesunde Ernährung und körperliche Aktivität eine wirkungsvolle Maßnahme. Gesunde Ernährung heißt vielseitige und ausgewogene Ernährung. Die Lebensmittel sollten fettarm, kohlenhydrat- und ballaststoffreich sein. Internisten empfehlen circa 50 % Kohlenhydrate, 30 bis 35 % Fett, 15 bis 20 % Eiweiß. Zuckerersatzstoffe gehen nicht in die Zuckerbilanz ein.
Medikamentöse Behandlung
Je nach Erreichen der Therapieziele, dem Ausmaß der Stoffwechselentgleisung sowie dem Stadium des Typ-2-Diabetes kommen Medikamente zur Senkung des Blutzuckers (Antidiabetika) wie Insulin-Präparate zum Einsatz. Der Arzt wählt das geeignete Medikament aus, legt die Dosierung fest und stimmt mit dem Patienten die passende Ernährung ab.
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